Das österreichische Fördersystem auf einen Blick
Österreich fördert Photovoltaik auf drei Ebenen, die sich zum Teil kombinieren lassen:
- Bundesförderung (EAG-Investitionszuschuss via OeMAG)
- Landesförderungen (jedes Bundesland hat eigene Programme)
- OeMAG-Marktprämie (Einspeisevergütung über Markt hinaus)
Zusätzlich gibt es in manchen Gemeinden eigene Förderprogramme sowie steuerliche Vorteile für Unternehmen.
1. Bundesförderung: EAG-Investitionszuschuss
Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) regelt die bundesweite Förderung. Für Kleinanlagen bis 20 kWp gibt es einen einmaligen Investitionszuschuss, der über die OeMAG abgewickelt wird.
| Anlagengröße | Fördersatz 2026 | Max. Förderung |
|---|---|---|
| Bis 10 kWp | ca. 200–250 €/kWp | ca. 2.000–2.500 € |
| 10–20 kWp | ca. 150–200 €/kWp | ca. 3.000–4.000 € |
| 20–200 kWp | ca. 100–150 €/kWp | ca. 20.000–30.000 € |
2. Landesförderungen 2026
Zusätzlich zur Bundesförderung bieten alle Bundesländer eigene Programme an. Diese sind unterschiedlich gut ausgestattet und haben verschiedene Konditionen.
| Bundesland | Förderhöhe (ca.) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Wien | 200–400 €/kWp | Fokus auf Gründächer + PV; Kombination mit Sanierungsbonus |
| Niederösterreich | 150–300 €/kWp | ecoplus-Förderung; oft schnelle Bearbeitung |
| Oberösterreich | 200–350 €/kWp | Energiesparverband OÖ; hohe Nachfrage |
| Steiermark | 150–250 €/kWp | Klima- und Energiefonds Steiermark |
| Tirol | 200–400 €/kWp | Zusatzförderung für Speicher; Alpinsolarbonus |
| Salzburg | 200–350 €/kWp | Salzburger Wohnbauförderung kombinierbar |
| Vorarlberg | 150–300 €/kWp | Förderberatung über Energieinstitut Vorarlberg |
| Kärnten | 150–250 €/kWp | KWF-Förderung; auch für Betriebe |
| Burgenland | 150–250 €/kWp | Fokus auf Eigenverbrauchsoptimierung |
3. OeMAG-Marktprämie (Einspeisung)
Wer überschüssigen Strom ins Netz einspeist, erhält vom Netzbetreiber den Marktpreis plus einer staatlichen „Marktprämie" von der OeMAG, wenn die Anlage förderfähig ist.
Der Gesamteinspeisetarif setzt sich zusammen aus:
- EPEX Spot Marktpreis (schwankt, ca. 6–10 Cent/kWh im Jahresdurchschnitt 2026)
- OeMAG-Marktprämie (Aufzahlung auf Marktpreis, je nach Ausschreibungsrunde)
- Netzbetreiber-Vergütung (variiert je nach Bundesland und Netzbetreiber)
Effektiver Einspeisetarif 2026: ca. 7–10 Cent/kWh für geförderte Anlagen.
Maximale Förderung: Ein Rechenbeispiel
Einfamilienhaus mit 10 kWp PV-Anlage in Oberösterreich:
| Förderung | Betrag (geschätzt) |
|---|---|
| EAG-Bundesförderung (220 €/kWp × 10) | 2.200 € |
| OÖ Landesförderung (270 €/kWp × 10) | 2.700 € |
| Gesamt-Förderung | ca. 4.900 € |
| Anlagenkosten (10 kWp) | ca. 13.000 € |
| Eigenanteil nach Förderung | ca. 8.100 € |
| Eigenanteil in % der Gesamtkosten | ca. 62 % |
Tipps für die Förderbeantragung
- Früh beantragen: Fördertöpfe werden leer. Besonders Bundesförderung oft schon im ersten Quartal ausgeschöpft.
- Reihenfolge beachten: Erst Antrag stellen, dann Anlage beauftragen. Nachträgliche Förderung ist in vielen Programmen ausgeschlossen.
- Installateur fragen: Erfahrene Betriebe kennen die aktuellen Fördermodalitäten und helfen bei der Antragstellung.
- Dokumentation aufbewahren: Rechnungen, Datenblätter und Fotos der Installation werden für Nachweise benötigt.
- USt-Rückerstattung prüfen: Privathaushalte können seit 2023 die Vorsteuer auf PV-Anlagen unter bestimmten Bedingungen zurückfordern – Steuerberater fragen!
Fazit
Das österreichische Fördersystem für PV-Anlagen ist eines der attraktivsten in Europa. Wer beide Förderebenen (Bund + Land) konsequent nutzt, kann 30–40 % der Investitionskosten zurückbekommen. Der administrative Aufwand ist überschaubar – und zahlt sich eindeutig aus.