Das österreichische Fördersystem auf einen Blick

Österreich fördert Photovoltaik auf drei Ebenen, die sich zum Teil kombinieren lassen:

  1. Bundesförderung (EAG-Investitionszuschuss via OeMAG)
  2. Landesförderungen (jedes Bundesland hat eigene Programme)
  3. OeMAG-Marktprämie (Einspeisevergütung über Markt hinaus)

Zusätzlich gibt es in manchen Gemeinden eigene Förderprogramme sowie steuerliche Vorteile für Unternehmen.

Wichtig: Förderungen können sich jederzeit ändern, Töpfe werden leer oder aufgestockt. Die hier genannten Zahlen stehen für den Stand Mai 2026. Überprüfen Sie immer die aktuellen Bedingungen beim zuständigen Förderträger, bevor Sie eine Anlage beauftragen.

1. Bundesförderung: EAG-Investitionszuschuss

Das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) regelt die bundesweite Förderung. Für Kleinanlagen bis 20 kWp gibt es einen einmaligen Investitionszuschuss, der über die OeMAG abgewickelt wird.

AnlagengrößeFördersatz 2026Max. Förderung
Bis 10 kWpca. 200–250 €/kWpca. 2.000–2.500 €
10–20 kWpca. 150–200 €/kWpca. 3.000–4.000 €
20–200 kWpca. 100–150 €/kWpca. 20.000–30.000 €
Antragstellung: EAG-Förderungen werden über die OeMAG-Website beantragt (oem-ag.at). Es gibt Förderrunden mit definierten Zeitfenstern. Wichtig: Den Antrag stellen, bevor die Anlage beauftragt oder installiert wird!

2. Landesförderungen 2026

Zusätzlich zur Bundesförderung bieten alle Bundesländer eigene Programme an. Diese sind unterschiedlich gut ausgestattet und haben verschiedene Konditionen.

BundeslandFörderhöhe (ca.)Besonderheiten
Wien200–400 €/kWpFokus auf Gründächer + PV; Kombination mit Sanierungsbonus
Niederösterreich150–300 €/kWpecoplus-Förderung; oft schnelle Bearbeitung
Oberösterreich200–350 €/kWpEnergiesparverband OÖ; hohe Nachfrage
Steiermark150–250 €/kWpKlima- und Energiefonds Steiermark
Tirol200–400 €/kWpZusatzförderung für Speicher; Alpinsolarbonus
Salzburg200–350 €/kWpSalzburger Wohnbauförderung kombinierbar
Vorarlberg150–300 €/kWpFörderberatung über Energieinstitut Vorarlberg
Kärnten150–250 €/kWpKWF-Förderung; auch für Betriebe
Burgenland150–250 €/kWpFokus auf Eigenverbrauchsoptimierung

3. OeMAG-Marktprämie (Einspeisung)

Wer überschüssigen Strom ins Netz einspeist, erhält vom Netzbetreiber den Marktpreis plus einer staatlichen „Marktprämie" von der OeMAG, wenn die Anlage förderfähig ist.

Der Gesamteinspeisetarif setzt sich zusammen aus:

  • EPEX Spot Marktpreis (schwankt, ca. 6–10 Cent/kWh im Jahresdurchschnitt 2026)
  • OeMAG-Marktprämie (Aufzahlung auf Marktpreis, je nach Ausschreibungsrunde)
  • Netzbetreiber-Vergütung (variiert je nach Bundesland und Netzbetreiber)

Effektiver Einspeisetarif 2026: ca. 7–10 Cent/kWh für geförderte Anlagen.

Kombinationsstrategie: Beantragen Sie zuerst die EAG-Bundesförderung, dann die Landesförderung. Viele Bundesländer akzeptieren die Bundesförderung als Komplementär – es gibt also keine Doppelförderungs-Problematik, wenn Sie beide separat beantragen.

Maximale Förderung: Ein Rechenbeispiel

Einfamilienhaus mit 10 kWp PV-Anlage in Oberösterreich:

FörderungBetrag (geschätzt)
EAG-Bundesförderung (220 €/kWp × 10)2.200 €
OÖ Landesförderung (270 €/kWp × 10)2.700 €
Gesamt-Förderungca. 4.900 €
Anlagenkosten (10 kWp)ca. 13.000 €
Eigenanteil nach Förderungca. 8.100 €
Eigenanteil in % der Gesamtkostenca. 62 %

Tipps für die Förderbeantragung

  • Früh beantragen: Fördertöpfe werden leer. Besonders Bundesförderung oft schon im ersten Quartal ausgeschöpft.
  • Reihenfolge beachten: Erst Antrag stellen, dann Anlage beauftragen. Nachträgliche Förderung ist in vielen Programmen ausgeschlossen.
  • Installateur fragen: Erfahrene Betriebe kennen die aktuellen Fördermodalitäten und helfen bei der Antragstellung.
  • Dokumentation aufbewahren: Rechnungen, Datenblätter und Fotos der Installation werden für Nachweise benötigt.
  • USt-Rückerstattung prüfen: Privathaushalte können seit 2023 die Vorsteuer auf PV-Anlagen unter bestimmten Bedingungen zurückfordern – Steuerberater fragen!

Fazit

Das österreichische Fördersystem für PV-Anlagen ist eines der attraktivsten in Europa. Wer beide Förderebenen (Bund + Land) konsequent nutzt, kann 30–40 % der Investitionskosten zurückbekommen. Der administrative Aufwand ist überschaubar – und zahlt sich eindeutig aus.